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Mit seinen Firmen macht das Land Berlin gute Gewinne

Die Berliner Landesunternehmen sind wirtschaftlich ein sehr bedeutender Teil der Stadt. Sie erwirtschafteten 2024 zusammen mehr als 12 Milliarden Euro Umsatz, kamen auf ein kumuliertes Jahresergebnis von gut 230 Millionen Euro, eine Bilanzsumme von knapp 80 Milliarden Euro und beschäftigten mehr als 57.000 Vollzeitäquivalente. Zugleich investierten sie 2024 rund 4,6 Milliarden Euro in Infrastruktur und öffentliche Leistungen. Das ergibt der Beteiligungsbericht des Landes Berlin für 2024.

Gewinnbringer unter den 51 landeseigenen Firmenbeteiligungen und 9 Anstalten öffentlichen Rechts waren die Berliner Wasserbetriebe, die Wohnungsgesellschaft Dewego und die Stromnetz Berlin GmbH. Verlustbringer waren die vom Vattenfall-Konzern zurückgekaufte BEW, der Flughafen BER, der Gesundheitskonzern Vivantes und die Berliner Verkehrsbetriebe BVG.

Struktur des Beteiligungsportfolios

Das Portfolio umfasst Unternehmen aus zentralen Bereichen der Daseinsvorsorge: Wohnungswirtschaft, Verkehr, Ver- und Entsorgung, Gesundheit und Soziales, Kultur, Wissenschaft, Landesentwicklung sowie Kredit- und Versicherungswirtschaft. In der Übersicht werden 44 Mehrheitsbeteiligungen, 16 Minderheitsbeteiligungen und 3 Kleinstbeteiligungen genannt. Bei den Rechtsformen dominieren GmbHs; daneben gibt es Anstalten öffentlichen Rechts, Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften.

Wichtig ist: Die Zahlen werden im Bericht anteilig nach dem Berliner Landesanteil dargestellt. Das heißt, bei Unternehmen, an denen Berlin nicht vollständig beteiligt ist, werden Umsatz, Ergebnis oder Investitionen nicht komplett, sondern entsprechend der Beteiligungsquote berücksichtigt.

Wirtschaftliche Entwicklung

Das Jahresergebnis der Beteiligungen blieb 2024 positiv. Der kumulierte Saldo lag bei 232 Millionen Euro. Die Präsentation zum Beteiligungsbericht nennt als besonders ergebnisstarke Unternehmen die Berliner Wasserbetriebe, danach degewo und BEN beziehungsweise das Stromnetz. Gleichzeitig stiegen die negativen Ergebnisse einzelner Unternehmen, teilweise durch Einmaleffekte, unter anderem im Zusammenhang mit der erstmaligen Einbeziehung der Berliner Energie und Wärme.

Die Gewinne der Beteiligungen lagen 2024 bei 663 Millionen Euro, die Verluste bei 431 Millionen Euro, daraus ergibt sich der Saldo von 232 Millionen Euro. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich: Die Unternehmen bleiben insgesamt profitabel, aber die Ergebnislage ist stärker durch Sonder- und Transformationskosten geprägt.

Investitionen: Landesunternehmen als Infrastrukturträger

Besonders auffällig ist das Investitionsvolumen. 2024 investierten die Landesbeteiligungen 4,596 Milliarden Euro. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2023 mit 3,414 Milliarden Euro. Die Präsentation nennt als Gründe unter anderem den Ankauf der Berliner Energie und Wärme sowie einen Einmaleffekt bei der Tegel Projekt GmbH.

Langfristig liegt das Investitionsniveau stabil bei etwa 3,5 Milliarden Euro jährlich. Die Wohnungsbauunternehmen sind für knapp die Hälfte der Gesamtinvestitionen verantwortlich. Damit zeigt der Bericht deutlich: Die Landesunternehmen sind nicht nur Dienstleister, sondern zentrale Investoren in Wohnungsbau, Energie, Wasser, Verkehr und Stadtentwicklung.

Eigenkapital und Verschuldung

Das bilanzielle Eigenkapital der Beteiligungsunternehmen stieg 2024 auf 18,382 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wichtige Treiber waren die neu einbezogene Berliner Energie und Wärme mit 876 Millionen Euro Eigenkapitalzuführung, die Berliner Energie Netzholding mit 300 Millionen Euro für den Stromnetzausbau sowie die Tegel Projekt GmbH mit 227 Millionen Euro Gesellschaftereinlage.

Gleichzeitig wuchsen Anlagevermögen, Eigenkapital und Kreditverbindlichkeiten nach Darstellung der Senatsverwaltung weitgehend parallel. Das Anlagevermögen stieg um 9 Prozent, das Eigenkapital um 12 Prozent, die Kreditverbindlichkeiten um 11 Prozent. Die Senatsverwaltung bewertet den Finanzierungsmix der Landesunternehmen insgesamt als gesund.

Personal und Gleichstellung

Die Zahl der Beschäftigten in den Landesunternehmen stieg 2024 auf 62.996 Vollzeitäquivalente. Im Vorjahr waren es 57.403. Ein wesentlicher Grund ist die Aufnahme der Berliner Energie und Wärme mit fast 2.000 Beschäftigten.

Beim vertikalen Vergütungsvergleich zeigt der Bericht, dass der Abstand zwischen Geschäftsleitungen und Beschäftigten 2024 leicht gesunken ist. Die CEO-to-Worker-Ratio lag 2024 bei 6,8:1, die durchschnittliche Manager-to-Worker-Ratio bei 4,8:1, die Einzel-Manager-to-Worker-Ratio bei 3,7:1. Die Senatsverwaltung bewertet diese Relationen als moderat.

Bei der Gleichstellung meldet der Bericht, dass die gesetzlich geforderte Parität bei den vom Land Berlin besetzten Mandaten in Aufsichtsgremien seit 2017 durchgängig erfüllt wurde. Auch in den Geschäftsleitungen der Mehrheitsbeteiligungen wird ein vergleichsweise hoher Frauenanteil ausgewiesen.

Einordnung

Der Beteiligungsbericht zeigt drei große Entwicklungen:

Erstens: Berlin nutzt seine Landesunternehmen zunehmend als strategische Infrastrukturakteure. Besonders Wohnungsbau, Energie, Wasser, Verkehr und Stadtentwicklung werden nicht allein dem Markt überlassen, sondern über öffentliche Unternehmen gesteuert.

Zweitens: Die Investitionstätigkeit ist hoch und dauerhaft relevant für die Stadt. Ohne die Landesunternehmen wären viele Infrastruktur- und Wohnungsbauinvestitionen politisch und finanziell schwerer zu organisieren.

Drittens: Die stärkere Rolle des Landes geht mit höheren Kapitalbindungen, wachsenden Kreditverbindlichkeiten und größeren Steuerungsanforderungen einher. Gerade Beteiligungen wie Berliner Energie und Wärme oder Projekte wie Tegel zeigen, dass die öffentliche Hand wirtschaftlich stärker ins Risiko geht – mit dem Ziel, langfristig Versorgungssicherheit und Stadtentwicklung zu beeinflussen.