Uniper versorgt Deutschland mit Gas. Bis Jahresende soll die frühere „fossile“ Sparte des Essener EON-Konzerns, die 2022 verstaatlicht wurde, verkauft sein. Die Bundesregierung beruft sich auf Vorgaben aus Brüssel. Das Unternehmen versorgte tausend Industriebetriebe und Stadtwerke mit Gas.
Ein möglicher Käufer ist die tschechische EP-Gruppe. Sie besitzt bereits seit 2025 den Lausitzer Kohlestromproduzenten Leag. Im September ist die Frist für die Angebotsabgabe abgelaufen. Dabei sollten sich Bieter melden, die die gesamten zum Verkauf stehenden 75 Prozent an Uniper übernehmen wollen.
Experten vermuten, dass der norwegische Gas- und Ölkonzern Equinor und der französische Energieriese Total interessiert sind. Größter Einzelaktionär von Uniper ist seit 2025 die EP-Gruppe.
Keine Entstaatlichung mit Vattenfall und arabischen Staatsfonds
Uniper betreibt europaweit Atom-, Gas-, Kohle- und Wasserkraftwerke. Diese würden auch ins Portfolio des finnischen Konzerns Fortum oder des schwedischen Staatsunternehmens Vattenfall passen. Fortum war bereits bis 2022 Haupteigner. Von Gesprächen mit Staatsfonds aus Abu Dhabi, Katar und Saudi-Arabien, einem kanadischen Konsortium und dem US-Investor KKR berichtete das Handelsblatt.
Die vom Bund beauftragten Banken unter Federführung von JP Morgan sollen for Weihnachten verbindliche Kaufangebote einholen.
Schwere Krise durch Russland-Boykott
Uniper wurde 2022 verstaatlicht, da der Gasimporteur durch den Russland-Boykott in schwere Turbulenzen geriet, da bei deutlich reduzierter und verteuerter Lieferung von russischem Gas gleichzeitig die vertraglichen Lieferverpflichtungen bei seinen vorwiegend deutschen Kunden weiterbestanden.
Am 21. Dezember 2022 gab die UBG Uniper Beteiligungsholding GmbH bekannt, dass ihr 98,56 % der Uniper-Aktien gehören. Die UBG ist eine Beteiligungs-Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Der Gasimporteur musste mit über 13 Milliarden Euro gestützt werden. Das Rettungspaket wurde von der EU genehmigt, die beihilferechtlichen Auflagen sehen aber vor, dass der Bund die erworbenen mehr als 99 Prozent Konzernanteile bis spätestens Ende 2028 wieder auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren muss.